Ulrich Zwingli als Feldprediger

Der Armeeseelsorger Hptm Kurt Liengme begleitet das Geb S Bat 6 während dem ganzen Dienst. Neben den Gottesdiensten und dem Kontakt zu den AdA hält er jeden Morgen im Stab ein Wort zum Tag. Dabei ist Ulrich Zwingli, welcher vor 500 Jahren sein Amt als Leutpriester in Zürich aufnahm, sein Thema.

Von 1507 bis 1516 war Ulrich Zwingli Pfarrer in Glarus. In dieser Funktion begleitete er seine Landsleute als Feldprediger und Fürsorger in den Solddienst nach Italien. Er erlebte die Schlachten bei Ravenna (1512) und Marignano (1515) auf der Seite der Heiligen Liga, also auf der Seite des Papstes, der hier seine ländlichen Besitztümer gegen die Franzosen verteidigen wollte. Zwingli bekam dabei die ganze Härte eines Krieges und die Schrecken der Zivilbevölkerung zu spüren.

Erstmals werden in einer grösseren Schlacht in Europa Feuerwaffen eingesetzt, während die Eidgenossen noch mit der Hellebarde kämpfen. An die 20’000 eidgenössische Söldner fallen. Für die Machthaber sind sie nur Kriegsware. Leiden muss aber auch die Zivilbevölkerung. Die Söldner kennen im Ausland weder Gesetz noch Moral. Sie rauben, plündern, vergewaltigen, brandschatzen und nehmen alles mit, was sich zu Geld machen lässt. Zurück in der Heimat versaufen sie ihren „Sold“ im Wirtshaus, prügeln sich und führen ein unflätiges Leben. Dies alles ist dem gläubigen Zwingli zuwider.

Der Mensch darf nicht so weit fallen, dass er alle Gebote Gottes und die Regeln des Anstandes vergisst. Zwingli ist fortan gegen den Söldnerdienst. Man soll sich nicht mehr für fremde Kriegsherren verdingen. Die Eidgenossenschaft darf sich nicht mehr für eine Kriegspartei entscheiden. Stattdessen organisiert Zwingli das Fürsorgewesen neu.

Reformation ist für Zwingli nicht einfach etwas Theoretisches oder Theologisches, sondern auch etwas Praktisches. Damit gewinnt er rasch die Herzen der Bevölkerung. Wohlfahrt und Sozialstaat sind vor 500 Jahren noch unbekannt, sie haben aber ebenfalls in der Reformation ihren Ursprung.

Autor: Hptm Asg Kurt Liengme

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