KVK-Militärgottesdienst in Herisau

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Vor 500 Jahren, am 1. Januar 1519, kam Ulrich Zwingli als Leutpriester (Pfarrer für das Volk) nach Zürich. Damit begann in Zürich und in der Schweiz die Reformation, eine Neugestaltung der Kirche und der Gesellschaftsnormen. Der Armeeseelsorger Hptm Kurt Liengme nimmt dieses Ereignis auf und gestaltet dazu verschiedene Beiträge für den Schütze 6er Blog. Den Auftakt zu dieser kleinen Serie bildet die Rückschau auf seinen Gottesdienst in der reformierten Kirche Herisau zum Beginn des diesjährigen Dienstes.

Im Militärgottesdienst vom 2. Mai ging es um die Einstellung von Zwingli zum Krieg. Zwingli war auch Feldprediger und begleitete die Schweizer Söldner in die Schlacht bei Ravenna (1512) und Marignano (1515) und er verlor sein Leben schliesslich im zweiten Kappeler Krieg (1531). Zwingli war allerdings kein raubeiniger Kriegsmann, sondern vielmehr der fürsorgende Feldprediger, der seine Männer begleitete.

Krieg ist nie gerecht, diese Erfahrung machte Zwingli auf verschiedenen Schlachtfeldern. Zuallererst muss deshalb immer alles versucht werden, Gewalt und Krieg zu verhindern. Dies beginnt bei jedem persönlich und betrifft dann auch einen Staat. Es gibt kein Recht, einen Krieg aus niederen Beweggründen zu beginnen oder seine Ideologie anderen gewaltsam aufzuzwingen.

Ebenso ist es aber aufgrund der Liebe nicht Recht, bei Gewalttaten nur zuzuschauen. Nach Zwingli habe ich das Recht, ja sogar die Pflicht, mich und andere zu verteidigen und zu schützen. Auch die Freiheit ist schützenswert. Damit ist nicht einfach die Individualität gemeint, sondern die Freiheit eines Volkes. Was Zwingli aber vehement ablehnt, ist der Kriegsdienst für fremde Mächte.

Seit den Erfahrungen aus der Schlacht bei Marignano und dem unermüdlichen Einsatz von Zwingli gegen fremden Söldnerdienst, entwickelte sich in der Schweiz zunehmend der Grundsatz, sich nur noch zu verteidigen und keine Expansionspolitik mehr zu betreiben. Diese Haltung prägt bis heute die Neutralitätspolitik der Schweiz.

Autor: Hptm Asg Kurt Liengme

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