Am einstigen Wohnort von Henry Dunant stationiert

Denkmal

Die Stabskompanie und der Bataillonsstab waren dieses Jahr in Heiden zuhause. Mit Heiden fest verbunden, ist Henry Dunant, der Gründer vom Roten Kreuz. In diesem sogenannten Biedermeierdorf verbrachte er von 1881 bis 1910 seine letzten Lebensjahre.

Henry Dunant wurde am 8. Mai 1828 in Genf geboren. Er war ein Geschäftsmann und vom Elternhaus her ein Humanist mit christlichem Hintergrund. Während einer Geschäftsreise wurde er im Juni 1859 in der Nähe der italienische Stadt Solferino Zeuge von erschreckenden Zuständen unter den Verwundeten nach einer Schlacht zwischen der Armee Österreichs und den Truppen von Sardinien-Piemont und Frankreich.

Im Jahr darauf kommt es auf seine Anregung in Genf zur Gründung vom Internationalen Komitee der Hilfsgesellschaften für die Verwundetenpflege, das seit 1876 den Namen vom Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) trägt. Auch die 1864 beschlossenen Genfer Konventionen gehen im Wesentlichen auf Vorschläge von Henry Dunant zurück. Er schrieb zudem Artikel zur Unterstützung des Befreiungskampfs der Sklaven in Nordamerika.

1863 gehörte Henry Dunant zum Gründungskomitee vom Roten Kreuz, welches in Genf gegründet wurde. 1867 musste er wegen schlechtem Geschäftsgang in Algerien Privatkonkurs anmelden, wurde darauf verurteilt und am 8. September aus dem Komitee vom Roten Kreuz entlassen. Er verlor fast alle seine Freunde und Anhänger und fiel in Armut und Vergessenheit.

1881 kommt Dunant durch Freunde erstmals ins kleine Biedermeierdorf Heiden. Ab 1887 erhält er von seinen Angehörigen eine kleine monatliche finanzielle Unterstützung, damit er dort leben kann. Er lässt sich zuerst im Gasthof „Paradies“ nieder. Nach einem kurzen Aufenthalt in der Gemeinde Trogen, wohnt er ab 30. April 1892 im Spital von Heiden.

Museum

Hier verbringt er völlig zurückgezogen seinen Lebensabend. Er schätzt den Blick vom hochgelegenen Ort auf den Bodensee, welcher ihn an den Genfersee erinnert, wo er aufgewachsen ist und das Rote Kreuz gründete. 1890 wird er hier Ehrenpräsident vom Heidener Rotkreuz-Verein.

Erst im ausgehenden 19. Jahrhundert erinnert man sich wider Henry Dunants. Im September 1895 verfasst Georg Baumberger, Chefredakteur der Zeitung “Die Ostschweiz“ einen Artikel über den Rotkreuz-Gründer, den er bei einem Spaziergang in Heiden zufällig kennen lernte. Dieser Artikel erscheint auch in der deutschen Illustrierten und wir bald in ganz Europa nachgedruckt. Man erinnert sich wieder an ihn, es kommt zu Sympathiekundgebungen in der ganzen Welt. Nur das Internationale Komitee in Genf meidet weiterhin jeden Kontakt zu ihm.

Im Jahr 1901 erhält Henry Dunant für die Gründung vom Roten Kreuz und die Initiierung der Genfer Konventionen den erstmals verliehenen Friedensnobelpreis.

Text: Hptm Kurt Liengme, Armeeseelsorger der Schütze 6er

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